Textfassung und Regie Brigitte Oels / Dramaturgie:                 Inge Höppner

Wer kennt es nicht, das legendäre Liebespaar aus Verona, dessen Liebesglück am ewigen Streit der Familien, an Hass und Gewalt,  zerschellt. ShakespearesTragödie gehört zu den am häufigsten gespielten Stücken auf deutschen Bühnen. Geradezu zeitlos erscheint die alte Geschichte : hier die Liebe zweier sehr junger Menschen, mit dem ganzen Schwung, der temperamentvollen Ungeduld und dem bedingungslosen Überschwang der Jugend durchgesetzt, dort uralter Hass, dessen Ursachen kaum noch einer kennt. Aber wenn er ausbricht, dann geht es um Leben und Tod, da sitzen die Messer locker, da kommt es aus kleinen Anlässen zu bürgerkriegsähnlichen Ausbrüchen von Gewalt. Die jungen romantisch Liebenden sehen sich umgeben von Menschen, die von „Liebe“ eine ganz andere Vorstellung haben:

Die jungen Männer reden machohaft, derb und zotig von dem, was sie unter Liebe verstehen: Verführung und Sex, notfalls auch gegen den Willen der Mädchen. Die Eltern lieben den Gehorsam des Kindes. Bleibt dieser aus, wandelt sich ihre „Liebe“ in Verachtung und Härte. Liebe und Glück  sehen sie in der „guten“ Heirat, in der Versorgung, auch wenn sie selbst in diesem Modell unglücklich und bitter geworden sind. Romeo dagegen, zuerst fast depressiv im Erleben unerwiderter Liebe zu Rosalyn, erkennt den Sinn wahrer Liebe in der Gegenliebe Julias, die offen, sinnlich, stark und unbedingt liebt. Beider Ungestüm, unterstützt durch einen Pater, der etwas naiv davon träumt, dass die Liebe dieses jungen Paares den Hass in der Gesellschaft besiegen könnte, ist auch nicht ganz unschuldig am tragischen Verlauf der Geschichte, deren Ausgang eigentlich jeder kennt:

in einem  Klima von Hass und Gewalt wird  fast jeder schuldig, ist Liebe unmöglich.

Das VHS Theaterensemble stellt sich in einer straffen Textfassung diesem berühmten Theaterstoff, bauend auf ein inzwischen doch recht bühnenerfahrenes, spielfreudiges  Ensemble, zwei beeindruckende jugendliche Spieler in den Titelrollen – und poetische Bühnenmöglichkeiten im SpielRAUM, der Studiobühne in der VHS.