Arbeitstitel:      unserFAUST

Das VHS Theaterensemble arbeitet zur Zeit an einem ganz besonderen Projekt.

Kursleiterin Brigitte Oels hat in alten FAUST-Texten gestöbert und ein eigenes Textbuch daraus erstellt.

Von Marlowe bis Volksbuch, vom Puppenspiel bis Goethe:

Faust als ein Mensch, der alles will, und zwar sofort ,der sein will wie Gott, und wenn er sich dafür mit dem Teufel verbünden und seine Seele verkaufen muss – das müsste doch ein Spiel über den modernen Menschen ergeben, oder?

Ein bunter Bilderbogen soll es werden, der auch zur ungewöhnlichen Nutzung der Bühnenmittel herausfordert, denn da gilt es ja Aufregendes umzusetzen: Erscheinen der Teufel, Reise um die Welt, Faust gebietet den Gestirnen und Wettern …

Schwarzlicht, Projektion, Schattenspiel, Songs…Sie werden sehen!

Premiere ist im November, aber man kann vorab schonmal reinschnuppern:

  • am Tag der Offenen Tür im SpielRaum, der Studiobühne in der VHS, Klosterbergen 2a, 21465 Reinbek
    Im Rahmen der diesjährigen Kulturtage in Reinbek unter dem Motto „Reinbek spielt“ spielt das VHS Theaterensemble natürlich Theater.28.Mai 2016       17.00Uhr                       IM THEATER IST WAS LOS!
    musikalisch-literarisches Programm rund um das Theaterspielen (mit Ausschnitten aus der Faust-Produktion)Eintritt frei 
  • oder am 20.Juni 19.30 im Rahmen der 10.Wentorfer Kulturwoche
    im Oels’schen Garten, Am Petersilienberg 11, 21465 Wentorf (Sitzgelegenheit bitte mitbringen)
    oder bei schlechtem Wetter in der Martin Luther Kirche Wentorf, Reinbeker Weg

 

 

vorab schrieb die BZ 28.12.2015

VHS-Ensemble knöpft sich den Teufel vor

THEATER Schauspieler setzen auf modern inszenierten Faust – Premiere im November

Reinbek (sho). Mit keinem geringeren als Mephisto will es das TheaterEnsemble der Volkshochschule Reinbek 2016 aufnehmen. „Wir haben ein tolles FaustProjekt im Programm“,  sagt TheaterLeiterin Brigitte Oels. Mit dem schwer verdaulichen Schulstoff, den viele noch in (unguter) Erinnerung haben, wird das Stück jedoch nichts zu tun haben, verspricht Oels. Stattdessen wird es eine moderne Inszenierung geben.

„Der Stoff an sich stammt aus dem 16. Jahrhundert und fasziniert die Menschen damals wie heute“, weiß die erfahrene Theaterleiterin. Während des Sommers hat sie zahlreiche Autoren gelesen, und aus den verschiedenen Texten und Stücken eine Collage  verfasst. Das Ensemble war sofort Feuer und Flamme, als es von der Idee hörte, sich dem Faust zu nähern. Für alle steht fest: Das Thema ist absolut modern. Im Ursprungstext verspricht der Gelehrte Heinrich Faust dem Teufel seine Seele, wenn es diesem gelingt, ihn von seiner  Unzufriedenheit zu befreien und stets für Abwechslung zu sorgen. Doch der Pakt mit dem Teufel misslingt, der Wahnsinn nimmt seinen Lauf. Brigitte Oels ist überzeugt, dass der „Pakt mit den Teufel“ auch heutzutage allzu oft geschlossen wird. „Die meisten Menschen möchten alles und das sofort. Selbst dann, wenn sie dafür dem Teufel ihre Seele verkaufen müssten“, sagt sie. Geld, Macht, Sex und ewige Jugend – diese Themen seien wie eh und je aktuel: „Keiner scheint mehr Angst vor höheren Instanzen zu haben, da kann man sich schon mal mit dem Teufel verbünden.“ In schneller Szenenfolge, mit Schattenspielen, Schwarzlicht und rasanten Kostümwechseln soll der Pakt mit dem Teufel inszeniert werden.

Die neue kleine Bühne in der Turnhalle neben der Volkshochschule sei dabei der Dreh und Angelpunkt. „Früher haben wir geprobt und das ganze dann auf der Bühne des SachsenwaldForums aufgeführt. Nun proben wir auf der Bühne, auf der später auch vor Publikum gespielt wird. Das ist toll“, sagt Oels. Die Proben haben schon begonnen. Den Faust wird Holger Bartsch spielen, in die Rolle des Teufels schlüpft Regine von Oehsen. Die Schauspieler müssen weniger Text lernen, Gestik und Minenspiel absolut auf dem Punkt sein. „Es gibt viel zu gucken“, verspricht die Regisseurin. Premiere ist im November, schon am 28. Mai können Interessierte aber hinter die Kulissen schauen.