Theaterensemble

der VHS Sachsenwald in Reinbek

Autor: Brigitte Oels (Seite 1 von 3)

KULTURWOCHE 2019

Wie schon im letzten Jahr war uns das Wetterglück hold und es gab wieder THEATER IM GARTEN.

So kurz nach den Romeo+Julia-Aufführungen mussten es geradezu noch einmal Ausschnitte aus diesem wunderbaren Projekt sein. In der Atmosphäre des abendlichen Gartens verzauberten noch einmal Szenen aus dem ersten Teil das Publikum. Von der erblühenden Liebe bis zum Tod von Mercutio und Tybalt und damit dem Beginn der Tragödie erlebten die Zuschauer ganz nah und unmittelbar die Kraft dieser Gefühle, und auch die Spieler schienen in dieser Unmittelbarkeit noch einmal große Kraft und Emotion in diese Szenen zu legen. Rührung, Bewegtheit, Spannung…Ergriffenheit.

Nach der Pause wurde es erst politisch,

dann komisch

und ganz zum Schluss geradezu urkomisch. Mit zwei Ausschnitten aus Aristophanes‘
„Frauenvolksversammlung“ durften mal alle so richtig „auf die Tube drücken“ und das Publikum genoss es sichtlich: die Frauen haben den Männern die Kleider geklaut, um als Männer verkleidet in der Volksversammlung dafür zu stimmen, dass nun die Frauen das Staatsruder übernehmen. Den Männern bleibt nichts anderes übrig, als nun in Frauenkleidern...Großer Jubel, Spaß an den Frauen, die erst mal üben müssen, wie Männer gehen, sich schnäuzen und kratzen usw.,

an den Männern, die in hautengen Kleidern daherstelzen. Jubel besonders für Luke mit seinem toll performten Song aus „Kinky Boots“, ausgelassen unterstützt von den anderen Männern als Background- Tänzer.

Diese wilde Programmmischung bot dem Publikum sowohl Ergriffenheit und große Gefühle im ersten, Nachdenklichkeit und Humor im zweiten Teil, bis zu ausgelassenem Jux am Ende. So genoss es wieder einmal den Theaterabend im Garten bei herrlichem Wetter. Und das Ensemble genoss den Erfolg und ebenso dieses ganze Gefühlschaos, das in einem Nach – Umtrunk seinen Höhepunkt fand:

Wir mussten Abschied nehmen von Luke, unserem ROMEO, dem wir auf seinem Weg in die Profi-Schauspielerei Erfolg und Erfüllung , dem wir aber vor allem auch sonst im Leben alles nur erdenklich Gute wünschen. Wir werden seinen Weg sicher lebhaft verfolgen und freuen uns über jedes Wiedersehen, und wenn’s nur mal ein kurzes Reinschauen bei den Proben ist.

Weltuntergang mit Törtchen, 27.10.2018, 16.00 Spiel RAUM

Im Kosmos ist Aufruhr! Was ist bloß mit der Erde los! Sie ist ja ganz aus dem Takt geraten. Ob das daran liegt, dass sie „Menschen hat“? Da müssen Sonne, Mond &Co.   wohl den Kometen Konrad losschicken, damit er mit einem Aufprall  für Ordnung sorgt. Was tun die Menschen, wenn die Gefahr des Weltuntergangs näher kommt? Na, was wohl. Nichts halt. Man lebt, liebt, feiert, streitet- halt wie immer! In bewährter Manier mischt das Ensemble heiteres und Ernstes zum Thema, finden Szenen und Chansons zu einem kabarettistischen Kaleidoskop über die großen und kleinen Probleme menschlichen Lebens. Und der Komet? Wird er das menschliche Leben auslöschen? Lassen Sie sich überraschen, bei Sekt, Saft und Törtchen

Shakespeare ROMEO + JULIA

Textfassung und Regie Brigitte Oels / Dramaturgie: Inge Höppner

Wer kennt es nicht, das legendäre Liebespaar aus Verona, dessen Liebesglück am ewigen Streit der Familien, an Hass und Gewalt,  zerschellt. ShakespearesTragödie gehört zu den am häufigsten gespielten Stücken auf deutschen Bühnen. Geradezu zeitlos erscheint die alte Geschichte : hier die Liebe zweier sehr junger Menschen, mit dem ganzen Schwung, der temperamentvollen Ungeduld und dem bedingungslosen Überschwang der Jugend durchgesetzt, dort uralter Hass, dessen Ursachen kaum noch einer kennt. Aber wenn er ausbricht, dann geht es um Leben und Tod, da sitzen die Messer locker, da kommt es aus kleinen Anlässen zu bürgerkriegsähnlichen Ausbrüchen von Gewalt. Die jungen romantisch Liebenden sehen sich umgeben von Menschen, die von „Liebe“ eine ganz andere Vorstellung haben:

Die jungen Männer reden machohaft, derb und zotig von dem, was sie unter Liebe verstehen: Verführung und Sex, notfalls auch gegen den Willen der Mädchen. Die Eltern lieben den Gehorsam des Kindes. Bleibt dieser aus, wandelt sich ihre „Liebe“ in Verachtung und Härte. Liebe und Glück  sehen sie in der „guten“ Heirat, in der Versorgung, auch wenn sie selbst in diesem Modell unglücklich und bitter geworden sind. Romeo dagegen, zuerst fast depressiv im Erleben unerwiderter Liebe zu Rosalyn, erkennt den Sinn wahrer Liebe in der Gegenliebe Julias, die offen, sinnlich, stark und unbedingt liebt. Beider Ungestüm, unterstützt durch einen Pater, der etwas naiv davon träumt, dass die Liebe dieses jungen Paares den Hass in der Gesellschaft besiegen könnte, ist auch nicht ganz unschuldig am tragischen Verlauf der Geschichte, deren Ausgang eigentlich jeder kennt:

in einem  Klima von Hass und Gewalt wird  fast jeder schuldig, ist Liebe unmöglich.

Das VHS Theaterensemble stellt sich in einer straffen Textfassung diesem berühmten Theaterstoff, bauend auf ein inzwischen doch recht bühnenerfahrenes, spielfreudiges  Ensemble, zwei beeindruckende jugendliche Spieler in den Titelrollen – und poetische Bühnenmöglichkeiten im SpielRAUM, der Studiobühne in der VHS.

Und schon wieder ist Wentorfer Kulturwoche, die 12.

In einem ungewöhnlich warmen, sonnigen Mai ein besonders warmer und sonniger Abend: also Theater im Garten. Bei 25 Grad nachts, fröhliche und entspannte Zuschauer, ein Programm, das offensichtlich sehr gut ankam. Es passte einfach alles.

Nur einen Monat nach der letzten Premiere gab es wieder Kabarettistisches in einem Programm, das von Jura Soyfers „Weltuntergangs- Szenen eingerahmt wurde und so eine inhaltliche Tiefe bekam, die bei aller Unterhaltsamkeit auch viel Nachdenklichkeit hervorrief: Im Weltraum stellt man fest, dass die Sphärenharmonie gestört wird durch die Erde, die dauern aus dem Takt fällt- sie hat Menschen. Also wird ein Komet losgeschickt, durch einen Aufprall auf der Erde das Menschenleben auszurotten- und dann ist wieder Ruhe im Kosmos.  Wie reagieren die Menschen auf die drohende Gefahr. Handeln sie, oder kaufen sie sich nur Weltuntergangs-Anleihen und das passende Kleid  mit Sternschnuppenmuster zu diesem Event? Das Programm bot nun darauf einen kabarettistischen  Blick,  auf das Leben und Verhalten der Menschen, ihre großen und kleinen Kümmernisse, Sorgen, Freuden, Leidenschaften. Mal bissig, böse, kritisch, mal heiter, mal nachdenklich. Und schon nahte der Komet, der Weltuntergang, da…

Mehr wird hier nicht verraten, denn wir spielen das Programm noch einmal im Herbst im SpielRAUM, unserer Studiobühne in der VHS

 

Cafè Größenwahn, eine Bilder- Nachlese

Der SpielRAUM, die Studiobühne in unserer VHS wurde zu einem Cafè der 20er Jahre, bevölkert mit Schriftstellern wie Mascha Kaleko, Theaterleuten, Animierdamen, glücklichen und unglücklichen Pärchen, Touristen … Und sogar Brecht und Kisch schauten vorbei,  wie auch die berühmten Comedian Harmonists…, aufmerksam bedient und umsorgt vom Chef und seinem Team.

Chansons, Texte, Szenen verbanden sich zu einem Bild der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Von Kriegstrauma, Wirtschaftskrise, von stolpernden Versuche einer ersten Demokratie, vom Erstarken der Faschisten, aber auch von privaten kleinen und großen Katastrophen, Träumen und Wünschen wurde erzählt, gespielt, gesungen. Liebevoll hatte das Ensemble Kostüme und Bühnenbild  zusammengestellt. Das Publikum musste manch bissig-bitteren Text über Krieg, Not und Naziparolen  verkraften, durfte aber auch viel lachen und genießen.

Hier eine Bilder- Nachlese

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Cornelia Wolff, Jens Marcus Wasserstraß  und Rolf Pastewka für die eindrucksvollen Fotos

Café Größenwahn – Kabarettistisches aus den literarischen Cafés der Zwanziger Jahre

VHS-THEATERENSEMBLE

Im SpielRAUM, der Studiobühne in der VHS

 Samstag, 14.4. 2018   19.30                 Sonntag, 15.4. 2018     16.00

Samstag, 21.4. 2018    19.30                 Sonntag,  22.4. 2018   16.00

Karten zu 10€ / erm.5€ im Büro der VHS

westens3

Café Größenwahn

Kabarettistisches aus den literarischen Cafés der 20er Jahre

 

Der eine Krieg gerade vorbei, der nächste schon im Anrollen.

Erste Versuche mit Demokratie, da dämmert schon die Diktatur herauf. Kriegsgewinnler, Schieber und Abenteurer drehen das große Rad, Wirtschaftskrisen, Inflation und Arbeitslosigkeit plagen den kleinen Mann. Berlin gilt in dieser Zeit als die Stadt, in der sich die Widersprüche und Brüche in einem wahnwitzigen Tanz auf dem Vulkan besonders heftig entladen.

In den Cafés der Stadt trifft man sich, um zu sehen und gesehen zu werden, um Theater-und Filmleute, angesagte Journalisten, Maler und Literaten zu treffen. Für manche Künstler wird das Café zum Arbeitszimmer, auf kleinen Bühnen werden die neuesten Chansons und Texte vorgestellt, es wir getratscht und politisiert. Man trifft dort Brecht und Tucholsky, Kisch, Kerr und Kästner, Hollaender, Claire Waldoff , Otto Reutter, Mascha Kaleko…

 

Das VHS Theaterensemble lädt Sie in seiner neuesten Produktion ins literarische Café der 20er Jahre ein und lässt sie in Szenen, Chansons und Texten lebendig werden: die „Roaring Twenties“ mit ihrem Leben zwischen Wirtschaftskrise und Fortschrittsboom, zwischen Arbeitslosigkeit, Glamour und Hinterhoftristess, zwischen Revolution und Klassenkampf, Schiebergewinnen, Glitzerfilmwelt und Zille-Milieu, Stars und Sternchen, aufziehenden braunen Horden …

Ein großes DANKE! an die HASPA

IMGP0822

Große Freude beim Ensemble: Aus dem diesjährigen Topf des HASPA-Lotterie – Sparens erhielt der Freundeskreis der VHS zugunsten des Theaterensembles die großartige Spende von 2000€ für die Erneuerung von Licht-und Tontechnik. (Die HASPA unterstützt jährlich mit den Erlösen gemeinnützige Vereine, die sozial, künstlerisch, sportlich aktiv sind.)

Das freut uns natürlich sehr, stammen doch z.B. viele Scheinwerfer noch aus den Anfängen des Ensembles. Und natürlich tut sich technisch viel, z.B. durch die Umstellung auf LED- Technik, die mit ihren vielen Farbkanälen wiederum zwingend den Einsatz von Computerprogrammen für die Steuerung … usw.

Und natürlich lockt  seit 5 Jahren die eigene Bühne, die Möglichkeiten von Licht und Ton weiter auszuloten.

Deshalb ein großes DANKE!  an die HASPA.DSC_1137

 

unserFAUST – ein szenischer Bilderbogen

Noch nicht gesehen?               Noch mal anschauen?

Wegen des großen Erfolgs spielen wir noch mal!

 

 

FullSizeRender

IMGP0367 IMG_9657 IMGP0822 IMG_9547 IMGP0768 IMGP0438 IMGP0474 IMGP0691 IMGP0607 IMGP0488 IMGP0424 IMGP0489

UNSERFAUST- ein szenischer Bilderbogen

Samstag, 11.November 17                             19.30 Uhr

Sonntag, 12. November 17                             16.00 Uhr

 

SPIELRAUM – Studiobühne in der VHS
Klosterbergenstr.2a   21465 Reinbek

 

Karten 10/5€ im Büro der VHS und an der Abendkasse

 

UnserFAUST, so nennt das VHS Theaterensemble seinen szenischen Bilderbogen zum Faust-Thema. Texte von Marlowe bis Goethe, von Heine bis Thomas Mann, als Volksbuch, Drama oder Puppenspiel, Rockoper, Musical oder Oper – erzählen seit Jahrhunderten vom Menschen, der „sein will wie Gott“, getrieben von grenzenlosen Begierden nach Macht, Ruhm, ewiger Jugend, und übermenschlichem Wissensdrang und der sich mit dem Teufel verbündet, weil ihm die Folgen egal sind, wenn er nur seine Wünsche befriedigen kann.

 

Klingt doch ganz modern, oder?

Und so stellte das Ensemble aus verschiedenen FAUST-Texten eine eigene Collage zusammen, mit viel Musik, Projektion und in schnellen Bildern.

 

Neben den Sieben Todsünden höchstpersönlich erwarten Sie u.a. Engel,

7 Teufel samt Chefin der Unterwelt, Säufer, eine ob der Staatsmisere hilflose Herrscherin samt ebenso ratlosen Ministern, die schöne Helena der Antike – und natürlich Faust und Mephisto auf ihrem Weg „vom Himmel durch die Welt zur Hölle“.

 

Und schon wieder ist Wentorfer Kulturwoche

Diesmal war uns der Wettergott gewogen. Ein warmer Abend, dazu ein Gläschen Wein, viele gut gelaunte Zuschauer und ein Programm, das mal nachdenklich, mal heiter, dem Thema nachging, welche Wünsche uns denn so umtreiben. Vom Cowboy als Mann bis zu Abenteuern für Don Quichote und Sancho Pansa, von ewiger Jugend für Faust und ein wenig Lebenszeit, um noch das Enkelkind zur Schule gehen zu sehen, vom Wunsch nach einem heilen Vorderzahn, ein wenig Sexappeal oder einem Häuschen im Grünen wurde gesungen, gespielt und erzählt. Ein gelungener Abend für Ensemble und Publikum.P1270485 (2) P1280232 (1) P1280305 P1280464 P1280532 P1280082 P1280551 IMG_1895 P1270191 P1280149 IMG_1898 P1290057 P1280136 IMG_1866 IMG_1977

Dank an alle, die uns immer wieder die tollen Fotos zur Verfügung stellen

Auf dieser homepage und auch sonst: bei Aufführungen und Proben entstehen oft tolle Schnappschüsse, von denen dann nach einiger Zeit eigentlich so keiner mehr recht weiß, wer sie gemacht hat. An dieser Stelle deshalb allen, die fotografiert haben und es noch tun, ein herzliches Dankeschön. Wir freuen uns natürlich, wenn unsere Arbeit bildlich dokumentiert wird, wenn im Bild schöne Erinnerungen festgehalten werden, wenn Rollengestaltung und Bühnenideen dokumentiert sind.

Im Namen des ganzen Ensembles Danke für Eure Mühe und Unterstützung

 

« Ältere Beiträge

© 2019 Theaterensemble

Theme von Anders NorénHoch ↑